50 Jahre Gemeindehaus St. Lucia Baerl
Am 11. 07.1976 hat Weihbischof Ludwig Averkamp die Kirche St. Lucia in Baerl eingeweiht. Wir feiern dieses Jahr 50 Jahre Kirchweihe..
Ein persönlicher Rückblick auf 50 Jahre St. Lucia in Baerl
Ich war dabei, als Weihbischof Ludwig Averkamp vor 50 Jahren die Kirche St. Lucia und das Gemeindehaus eingeweiht hat – zumindest wurde mir das immer wieder glaubhaft erzählt.
Eigene Erinnerungen an den Tag habe ich nicht mehr, meine früheste kindliche Erinnerung an das Gemeindehaus sind tatsächlich die Frühschoppen, die damals mit einer gewissen Regelmäßigkeit nach der Sonntagsmesse stattgefunden haben.
Für uns Kinder gab es dann, ausnahmsweise, eine kleine Flasche Miranda!
Viele Jahre später, haben wir nach den Kinder- und Familiengottesdiensten zum Kaffee im Gemeindehaus eingeladen. Die Erinnerung der nächsten Generation sind die von den Tischen stibitzten Würfelzuckerstückchen.
Schon lange gibt es keinen Sonntagsgottesdienst mehr in St. Lucia in Baerl – das Zusammenbleiben nach dem Gottesdienst ist geblieben. Einmal im Monat, nach der Wort-Gottesfeier mit Getränken und Snacks – aber auch nach anderen Gottesdiensten, stehen die Menschen noch zusammen – ein paar Worte, ein kurzes Gespräch.
Die Kirche St. Lucia ist für mich in den 50 Jahren weit mehr als nur ein Gebäude geworden, es ist ein Ort geworden, der Heimat ist, und das, obwohl ich nie in Baerl gewohnt habe.
Durch die Kombination aus Kirche und Gemeindehaus haben für mich fast alle Aspekte des Lebens hier in besonderer Weise stattgefunden.
Ich habe hier immer wieder gefeiert, Gottesdienste und Pfarrfeste, aber auch Geburtstage, Taufen, Hochzeiten wurden und werden hier gefeiert. Und auch der Alltag ist da, Gruppenstunden, Gesprächskreise, miteinander Essen und Trinken, Backen und Kochen.
Kunst und Kreativität hat hier immer einen Raum gefunden, gute und intensive Gespräche wurden und werden geführt. Ja und auch die schweren Zeiten haben hier stattgefunden, Verzweiflung und bittere Tränen durften sein und dürfen sein.
Dass dieser Ort das alles möglich macht, liegt nicht an den Steinen, aus dem das Haus gebaut ist, sondern an den Menschen, die hier miteinander Leben und Glauben.
Die Menschen machen den Ort zur Heimat.
Die Freund:innen, die ich hier gefunden habe,
Pastor Lauer, der uns seit 40 Jahren in dieser Kirche begleitet, der uns alle geprägt hat im Glauben, der uns manches Mal herausgefordert hat mit Kunstinstallationen und Impulsen, der uns, auch mich ganz persönlich immer wieder ermutigt hat,
und nicht zuletzt alle, die Woche für Woche da sind, um miteinander zu beten und Gottesdienst zu feiern.
Die Ermutigung dieser Menschen ist es dann auch, die mich nicht nur vor den Altar, sondern auch neben, hinter und manchmal sogar unter den Altar geführt haben.
Wenn nach dem Gottesdienst die Menschen draußen vor der Kirche beisammenstehen, ob mit oder ohne Umtrunk, sehe ich Menschen, die ihren Glauben und ihr Leben miteinander teilen. Ich sehe die vielen kleinen Gesten, das Nachfragen, wenn jemand mal nicht da war, das Mitnehmen im Auto, die Anteilnahme an den schönen und schweren Stunden.
Ich wünsche mir, dass wir dies auch in den Zeiten leerer werdender Kirchen bewahren können. Einen Ort der Heimat ist, mit Menschen, die diese Heimat lebendig halten.
B. Tenckhoff

